Netzwerk Onkologie (NO)

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Einführung

Das Netzwerk Onkologie (NO) [1] ist ein freier Zusammenschluss von Kliniken und Arztpraxen mit dem Ziel wissenschaftlicher Erfassung klinischer Tumordaten und -therapien.

Zweck ist neben der Qualitätssicherung, die wissenschaftliche Weiterentwicklung von Therapieverfahren insbesondere der wissenschaftlichen Evaluation der Misteltherapie. Das NO bildet eine inhaltliche und technische Plattform als Kompetenznetz zum Austausch ärztlicher therapeutischer Erfahrungen und zur Durchführung wissenschaftlicher Erhebungen. Die gemeinsame Dokumentation im Rahmen des Netzwerkes Onkologie erfolgt seit November 2005. Dabei wird eine umfassende Tumordokumentation auf Basis der Empfehlungen der Deutschen Krebsgesellschaft (BDT) unter besonderer Berücksichtigung aller angewandten komplementärmedizinischen Therapien durchgeführt. Darüber hinaus erfolgt eine detaillierte Erfassung aller Mistelapplikationen und ihrer Nebenwirkungen, welche nach MedDRA kodiert werden und weiterer begleitender Therapien bei onkologischer Standardtherapie. [2]. Grundlage ist die am FIH entwickelte Dokumentations-Software QuaDoSta [4]. Ein Großteil der betroffenen Patienten unterzieht sich den etablierten therapeutischen Standardverfahren wie Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie. Bis zu 64% dieser Patienten nehmen während ihres Krankheitsverlaufes zusätzlich alternative Heilmethoden wie Homöopathie, oder Anthroposophische Therapien war [3]. Die wissenschaftliche Evaluation dieser Therapien stellt dabei in Zukunft eine wichtige Herausforderung dar.

Ergebnisse:



Abb.1. Patientenentwicklung im NO Pool

 

Abb.2 und 3. Behandlung der Patienten VOR und WÄHREND der Aufnahme in das Zentrum

 

In 3,5 Jahren wurden über 7500 Patienten erfasst, von denen 5500 Patienten (68%) eine Misteltherapie erhalten haben. 50% kamen bereits mit einer tumorspezifischen Operation, 30% mit chemotherapeutischen Behandlung und 15% mit Bestrahlung in eines der Zentren. Ca 15% erhielten schon vor Aufnahme in einem der Zentren die Misteltherapie. Die Rate der konventionellen Therapien bleibt im Rahmen der erfassten Behandlungen gleich, allerdings steigt die Behandlung der Misteltherapie auf über 70% an.

Die anthroposophischen Zusatztherapien finden im stationären Bereich breite Anwendung (40%).
 

Am TNM-Status bei Aufnahme zeigt sich, dass sich die Patienten schon zu einem frühen Stadium ihrer Erkrankung in den anthroposophischen Einrichtungen behandeln lassen.

Der Aufbau des Netzwerk Onkologie erfolgt in drei Stufen. In der ersten werden die technische Infrastruktur und die inhaltlichen Standards der Erfassung etabliert. Auf dieser Basis entstehen fortlaufende epidemiologische und klinische Registerdaten. In der zweiten Stufe werden Unbedenklichkeitsdaten erhoben, in der dritten Stufe sollen prospektive Kohortenstudien durchgeführt werden. Das Netzwerk Onkologie ist dabei sich über Deutschland hinaus in weiteren Europäischen Ländern zu etablieren.

Im Rahmen des Netzwerkes Onkologie kann im Sinne der Versorgungsforschung erstmalig ein systematischer Überblick über die klinische Anwendung der Misteltherapie und der anthroposophischen Zusatztherapien in stationären Einrichtungen und in der ambulanten Versorgung erreicht werden. Daraus können weitere Therapiekonzepte und Forschungshypothesen generiert werden.

Literatur:

  1. Schad F, Teodoridis C, Albrecht U, Merkle A, Baute R, Breitkreuz T, Matthes H. Network Oncology (NO) - a European approach to health service research on cancer treatment with focus on concurrent use of complementary therapies. European Journal of Integrative Medicine, Volume 1, Supplement 1, 2008; 12-13. 2.
  2. Mozzicato, P. MedDRA - Past and Future. RAJ Pharma 2006 17(12): 797 – 805.
  3. Kienle, G; Kiene, H. Die Mistel in der Onkologie, Fakten und Konzeptionelle Grundlagen; 2003.
  4. Jeschke E, Schad F, Pissarek J, Matthes B, Albrecht U, Matthes H. QuaDoSta - ein frei konfigurierbares System zur Unterstützung multizentrischer Datenerhebungen in medizinischer Versorgung und Forschung. GMS Med Inform Biom Epidemiol. 2007.

Für das Netzwerk Onkologie
Antje Merkle
 

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Stand  März  2010