Altersforschung
Im Jahr 1999 konnte in Zusammenarbeit mit dem Humanus-Institut ein langfristig ausgerichtetes Projekt zur chronobiologischen Alters- und Krebsforschung begonnen werden. Rhythmologische Messungen stellen gegenwärtig einen Schwerpunkt dar. In diesem Zusammenhang wurden alte gesunde Menschen untersucht und hinsichtlich ihrer Frequenzvariabilität von Atmung und Herzschlag sowie mittels unseres Havelhöher Konstitutionsfragebogens (HKF) und weiterer Altersfragebögen untersucht. Hauptsächlich sind in diesem Zusammenhang M. Kröz und Dörte Paaschen als Doktorandin engagiert. In diesem Rahmen entstand ein Poster, dass auf dem Kongress für Gerontologie und Geriatrie in Dresden 2002 vorgestellt wurde. Hier der Abstract dazu:
Gesundes Altern und endogene Regulation bei hochbetagten Frauen
Dörte Paaschen*, Matthias Kröz*, Matthias Girke*, Christian Heckmann**
Forschungsinstitut Havelhöhe, Berlin*, Wuppertal**
Hintergrund
Mit steigender Lebenserwartung gewinnt gesundes Altern zunehmend an Bedeutung. Neben den bekannten Einflussgrössen wie Aktivität, Persönlichkeitsmerkmalen, seelischem Befinden und sozialem Netzwerk interessiert uns die Relevanz vegetativer Marker.
Methodik
Es werden je eine gesunde Seniumgruppe (S; n=40; 82-97 Jahre) und Kontrollgruppe (K; n=44; 30-81 Jahre) mittels des validierten Kurzfragebogens zur endogenen Regulation (eR), zu Körperfülleentwicklung und Persönlichkeitsmerkmalen aus dem Havelhöher Konstitutionsfragebogen (HKF1.0) sowie die S zusätzlich mittels Altersfragebögen (Mini Mental State Examination (MMSE), Cumulative Illness Rating Scale (CIRS), Physical Self-Maintenance Scale (PSMS), Kurzform des Geriatic Depression Scale (GDS) befragt.
Ergebnisse
Alle Altersfragebögen zeigen, dass es sich bei der S um relativ Gesunde handelt, die aber eine niedrigere eR als die K aufweisen (p=0.022). In beiden Gruppen wird eine kontinuierliche Gewichtsentwicklung angegeben. Die Hochbetagten sind zum Befragungszeitpunkt bei einem BMI-Mw =22.4 wie erwartet schlank und zeigen gegenüber der K eine geringere Persönlichkeitspräsenz. Sie brauchen dabei „mehr Zeit zum Durchdenken“ (p<0.001), sind „vertrauensseliger“ (p=0.022), bei „wichtigen Entscheidungen länger unsicher“ (p<0.001) und „schnelle Entscheidungen liegen ihnen weniger“ (p=0.010).
Hohe eR korreliert außerdem mit geringerer körperlicher Beeinträchtigung (PSMS r=0.423, p=0.007, Spearman Rangkorrelationen), weniger Erkrankungen (CIRS r=-0.44, p=0.004) und seltener depressiven Antworten (GDS r=-0.44, p=0.005).
Schlussfolgerung
Hochbetagte gesunde Frauen geben retrospektiv einen konstanten schlanken Habitus an, zeigen im Alter eine geringere eR und Persönlichkeitspräsenz. Möglicherweise eignet sich der Kurzfragebogen zur eR als globales Gesundheits-, Krankheits- und geriatrisches Statusinventar. Weitere Untersuchungen zur Relevanzbeurteilung sind nötig.
Altersforschung: M. Kröz, D. Paaschen, D.Brauer, M. Girke
E-Mail: Altersforschung